Der frühere Arbeitskreis Heim-Theorie

Der frühere Arbeitskreis Heim-Theorie war eine wichtige Phase in der späteren Erschließung von Burkhard Heims Werk. In den Jahren nach Heims Tod und besonders in den frühen 2000er Jahren wurden in diesem Umfeld Texte gesammelt, neu zugänglich gemacht, erläutert und in Teilen auch mathematisch und rechnerisch weiterbearbeitet. Ein großer Teil der heute verfügbaren Einführungen, Herleitungen, Ergebnisübersichten und Klarstellungen stammt aus genau dieser Arbeitsphase. Die einschlägigen Dokumente tragen überwiegend Datierungen aus den Jahren 2002 bis 2006.

Die Bedeutung dieses Arbeitskreises liegt vor allem darin, dass er Heims Werk nicht nur bewahrt, sondern für spätere Leser überhaupt wieder benutzbar gemacht hat. Viele Texte Heims sind anspruchsvoll, knapp formuliert und ohne zusätzliche Hilfen nur schwer zugänglich. Der Arbeitskreis hat deshalb versucht, zwischen den Originaltexten und einem späteren Publikum zu vermitteln: durch Einführungen, mathematische Herleitungen, tabellarische Zusammenstellungen und spätere Klarstellungen. Für die heutige Beschäftigung mit Heim ist diese Arbeit deshalb von bleibendem Wert.

Zentrale Personen

Zu den wichtigsten Namen dieser Arbeitsphase gehören vor allem Illobrand von Ludwiger, Dr. Konrad Grüner, Walter Dröscher und Dr. Anton Müller. Im weiteren Umfeld ist auch Andreas Resch wichtig, insbesondere für die editorische und verlegerische Zugänglichmachung zentraler Heim-Texte. Dass Grüner, Dröscher, von Ludwiger und Müller zu den tragenden Figuren der mathematischen und rekonstruktiven Arbeit gehörten, zeigt sich bereits daran, dass das Klarstellungsdokument von 2006 ausdrücklich W. Dröscher, K. Grüner, I. v. Ludwiger und A. Müller als Autoren nennt.

Illobrand von Ludwiger war über viele Jahre einer der wichtigsten Vermittler von Heim. Sein Name ist eng mit der öffentlichen Darstellung, Einordnung und späteren Aufarbeitung der Theorie verbunden. Bereits früher veröffentlichte er einführende Arbeiten zur Heim’schen Quantentheorie, und auch in der späteren Arbeitskreisphase blieb er eine der prägenden Figuren.

Dr. Konrad Grüner gehört zu den mathematisch arbeitenden Köpfen des früheren Kreises. Zusammen mit von Ludwiger verfasste er die ausführliche Schrift „Zur Herleitung der Heimschen Massenformel“, die bis heute eines der wichtigsten Dokumente für das Verständnis der damaligen Rekonstruktionsarbeit ist.

Dr. Anton Müller ist vor allem mit der rechnerischen Bearbeitung der Massenformel verbunden. In der Aufbereitung der erweiterten Fassung wird ausdrücklich festgehalten, dass Teile der Formeln im Forschungskreis neu programmiert wurden und dass dabei Dr. A. Müller beteiligt war.

Walter Dröscher gehört ebenfalls zu den prägenden Namen dieser Phase. Er erscheint nicht nur als Mitautor des Klarstellungsdokuments von 2006, sondern auch im weiteren Umfeld der späteren theoretischen Fortarbeit.

Andreas Resch ist vor allem für den editorischen und institutionellen Rahmen wichtig. Er gab mehrere zentrale Heim-Bände heraus und war damit wesentlich an ihrer dauerhaften Verfügbarkeit beteiligt.

Arbeitsfelder des früheren Arbeitskreises

Die Arbeit des früheren Arbeitskreises lässt sich im Wesentlichen in drei Bereiche gliedern.

Der erste Bereich war die Einführung und Vermittlung. Dazu gehören einführende Texte, historische Einordnungen und allgemeinere Überblicksdarstellungen, die das Werk Heims für spätere Leser überhaupt erst zugänglich machen sollten. Besonders wichtig sind hier die Kurzfassung zur Massenformel, die Bemerkungen über den Physiker Burkhard Heim und der Text Zum Stand der Elementarteilchenphysik.

Der zweite Bereich war die mathematische und rechnerische Aufarbeitung. Dazu gehören vor allem die ausführliche Herleitung der Massenformel sowie die erneute Programmierung einzelner Teile der Formel. Diese Arbeiten zeigen, dass der Arbeitskreis nicht nur interpretierend, sondern auch technisch und rechnerisch tätig war.

Der dritte Bereich war die Präzisierung problematischer Stellen in der späteren Überlieferung von Heim. Das Dokument „Kapitel D – Klarstellungen zur Heimschen Theorie“ von 2006 zeigt deutlich, dass der Arbeitskreis nicht nur erklären, sondern an mehreren Stellen auch mathematisch klären und korrigieren wollte. Dort werden unter anderem Fragen nach der Form der Eigenwertgleichungen, nach dem Übergang zu den Einsteinschen Feldgleichungen und nach weiteren strukturellen Voraussetzungen der Theorie behandelt.

Historische Bedeutung

Der frühere Arbeitskreis Heim-Theorie war kein abgeschlossenes Institut und keine in allen Punkten einheitliche Schule. Seine Bedeutung liegt vielmehr darin, dass er eine Brücke bildet: zwischen Burkhard Heim selbst und der heutigen Rekonstruktionsarbeit. In dieser Phase wurden Materialien gesichert, Rechenwege erneut geöffnet, schwierige Texte erklärt und erste systematische Hilfsmittel für das Studium der Theorie geschaffen.

Wer sich heute ernsthaft mit Heim beschäftigt, begegnet daher fast zwangsläufig der Arbeit dieses Kreises. Der frühere Arbeitskreis Heim-Theorie gehört deshalb nicht nur zur Rezeptionsgeschichte Heim’s, sondern zu den Grundlagen seiner späteren Wiedererschließung.

Weiterführende Seiten

Die wichtigsten Arbeitsprodukte dieses früheren Kreises werden auf zwei eigenen Seiten näher vorgestellt:

[Zur Seite „Massenformel“]
Dort werden die überlieferten Fassungen der Massenformel, ihre Aufarbeitung durch den alten Arbeitskreis und die wichtigsten Begleitdokumente vorgestellt.

[Zur Seite „Klarstellungen und Korrekturen des alten Arbeitskreises“]
Dort wird das Klarstellungsdokument von 2006 erläutert und zum Download bereitgestellt.

Abschließender Hinweis

Wer sich heute ernsthaft mit Heim beschäftigt, begegnet früher oder später fast zwangsläufig der Arbeit dieses Kreises. Der frühere Arbeitskreis Heim-Theorie gehört deshalb nicht nur in die Vorgeschichte der heutigen Heim-Forschung, sondern in ihr tragendes Fundament.