Burkhard Heim (1925–2001) war ein deutscher Physiker und unabhängiger Theoretiker, dessen Werk zu den ungewöhnlichsten Entwürfen der neueren Physikgeschichte gehört. Er arbeitete über Jahrzehnte an dem Versuch, Gravitation, Materie, Elementarteilchen, Kosmologie und schließlich auch Fragen von Organisation, Leben, Bewusstsein und Erkenntnis in einem größeren theoretischen Zusammenhang zu denken. Wer sich mit Heim beschäftigt, begegnet daher nicht nur einer Feldtheorie oder einer Massenformel, sondern einem umfassenden wissenschaftlichen Programm, das von der Geometrie der physikalischen Welt bis zu methodischen und ontologischen Grundfragen reicht.
Frühe Jahre: hochbegabter Tüftler und frühe Raketenbegeisterung
Burkhard Heim wurde am 9. Februar 1925 in Potsdam geboren. Schon in der Kindheit zeigte sich eine ungewöhnlich frühe Begabung für naturwissenschaftliche und technische Fragen. Seine Eltern und besonders sein Großvater erzählten ihm früh vom Sternenhimmel und regten ihn an fragen zu stellen. Astronomie, Chemie, Physik und Technik gehörten bald zu seinen stärksten Interessen. Bereits als Kind kannte er die Positionen wichtiger Planeten und Sternbilder, brachte sich chinesische Schriftzeichen bei und entwickelte eine ausgesprochene Freude am eigenständigen Experimentieren.

Besonders auffällig war seine frühe Begeisterung für Raketen und Sprengstoffchemie — lange bevor die V2 oder Raketen Technik allgemein realität waren. Heim wollte schon als Junge „Raketenbauer“ werden. Er richtete im Keller des Elternhauses ein Labor ein, las Bücher über Sprengstoffchemie, stellte als Elfjähriger bereits auf eigene Weise TNT her und baute als Zwölfjähriger eine Rakete, die er mit Freunden über den Templiner See fliegen ließ, wo sie schließlich ein großes Loch in das Eis schlug. Mit fünfzehn wurde er Segelflieger und entwarf eine „durch Atomkraft angetriebene Rakete“. Diese frühe Verbindung von theoretischer Phantasie, technischer Kühnheit und praktischer Bastlerbegabung gehört wesentlich zu seinem späteren Profil.

Schule, Heisenberg und das Unglück von 1944
Heim war kein konventioneller Musterschüler. Er galt als hochintelligent, aber auch als eigenwillig, unruhig und experimentierfreudig. Gerade diese Unangepasstheit gehört sein ganzes Leben über zu seiner Biographie. Noch vor dem Abitur legte er einen Aufsatz über Elektronenpaarbildung einem Professor der Berliner Forschungsanstalt vor, der das Potential des jungen Mannes erkannte und ihn zum weiteren Schulweg und zum Studium ermutigte. 1943 machte Heim schließlich sein Abitur in Berlin. In dieser Zeit studierte er bereits Otto Hahns Arbeiten zur Kernspaltung und dachte über Methoden zur Auslösung von Kettenreaktionen nach. Werner Heisenberg, dem Heim eine Idee zur Zündung von Tritium durch Hohlladungssprengstoff vortrug (und damit eine saubere Fusionsbombe als Konzept noch bevor die erste Atombombe realität war), war von den Kenntnissen des jungen Mannes beeindruckt, auch wenn er dessen Ansatz nicht für praktikabel hielt.
1944 wurde Heim nach einem Aufsatz über Sprengstoffe an die Chemisch-Technische Reichsanstalt in Berlin abkommandiert, um neue Sprengstoffe zu entwickeln und entkam so der Front in Italien. Dort kam es am 19. Mai 1944 bei einem Versuch zu jener Explosion, die sein Leben radikal veränderte. Heim verlor beide Hände, erlitt schwerste Gesichts- und Augenverletzungen, verlor den größten Teil seines Seh- und Hörvermögens und musste sich in den folgenden Jahren zahlreichen Operationen unterziehen. Dass er unter diesen Bedingungen überhaupt wieder studierte und später theoretische Höchstleistungen vollbrachte, gehört zu den eindrucksvollsten Zügen seiner Biographie.
Vom Chemiestudium zur theoretischen Physik
Nach Kriegsende kam Heim über Oberbayern nach Northeim und schrieb sich 1946 an der Universität Göttingen zunächst für Chemie ein. Dieser Punkt ist für sein Leben zentral: Sein erstes eigentliches Studienziel war also nicht die Physik, sondern die Chemie. Das Studium brach er jedoch wieder ab — nicht aus mangelndem Interesse, sondern weil ihm die nötigen Labor-Praktika unter seinen körperlichen Bedingungen nicht möglich waren. Gerade diese Grenze führte zur Wende. Heim entschied sich deshalb für die theoretische Physik, von der er sich, wie er selbst formulierte, einen „ungleich höheren Erkenntniswert“ versprach. 1949 begann er das Studium der theoretischen Physik in Göttingen und schloss es 1954 mit dem Hauptdiplom ab.
Diese Phase zeigt bereits etwas Wesentliches an Heim: Seine Theorie entstand nicht erst nach dem Studium, sondern parallel dazu. Schon seit 1949 arbeitete er eigenständig an einer allgemeinen Feldtheorie, in der physikalische Felder und ihre Quellen als dynamische Eigenschaften geometrischer Strukturen aufgefasst werden sollten. Das Studium diente ihm deshalb weniger einer gewöhnlichen Berufslaufbahn als der Erweiterung seines Blicks und der methodischen Vertiefung seiner eigenen Arbeit. Er studierte gezielt um sein mathematisches Wissen zu vertiefen um seine eigenen theoretischen Überlegungen umsetzen zu können.

Göttingen und seine Lehrer
Heim studierte in Göttingen bei bekannten Gelehrten. Seine Diplomprüfung legte er 1954 bei Carl Friedrich von Weizsäcker, Prof. Becker und Gebhard Lyra ab; seine Diplomarbeit behandelte die physikalischen Prozesse in der Krebsnebel-Supernova. Von Weizsäcker holte ihn anschließend in seine Gruppe an das Max-Planck-Institut für Astrophysik in Göttingen. Heim begegnete in Göttingen außerdem Max Planck, der ihm nach Gerda Heims Bericht einmal über die Straße half und mit dem er ein unvergessenes Gespräch führte. Schon diese Namen zeigen, dass Heim keineswegs außerhalb jeder Fachnähe stand, sondern in eine reale deutsche Wissenschaftslandschaft eingebettet war — wenn auch auf ungewöhnliche Weise und unter extrem erschwerten Bedingungen.
Gleichzeitig blieb sein Verhältnis zur akademischen Umgebung gespannt. Als Heim am Max-Planck-Institut das Thema Weltraumfahrt ansprach, wurde ihm erklärt, ernsthafte Wissenschaftler glaubten nicht daran, eines Tages den Mond von der anderen Seite zu betrachten. Gerda Heim berichtet, wie tief ihn solche Reaktionen trafen. Nach dem Start des Sputnik erschienen dieselben Ideen plötzlich in anderem Licht. Diese Episode ist klein, aber bezeichnend: Heim bewegte sich oft an den Rändern dessen, was seine Zeitgenossen für respektabel oder überhaupt diskussionswürdig hielten. Er arbeitete zu dieser Zeit schon an Konzepten für einen Antrieb der nicht auf klassischem Massenauswurf basiert und war damit seiner Zeit sehr weit vorraus.

Eigenständige Theoriearbeit und erster internationaler Austausch
Schon während des Studiums arbeitete Heim an einer neuen Beschreibungsmethode, mit der er den Riss zwischen Relativitätstheorie und Quantentheorie zu überbrücken suchte. Bereits 1952 referierte er auf einem internationalen Kongress in Stuttgart über Teile seiner Theorie. Dort traf er auch Hermann Oberth, den „Vater der Weltraumfahrt“, wieder, den er bereits aus dem Berliner Umfeld kannte. Sein Vortrag trug den Titel „Vergleich der dynamischen Kontrabarie mit dem Raketenprinzip“. Heim bewegte sich damit zugleich in der Nähe von Gravitationstheorie, Feldantrieb und Raumfahrtfragen.
Seine Kontakte blieben nicht auf dieses Umfeld beschränkt. Wernher von Braun in seiner NASA funktion erkundigte sich bei Heim über seine arbeiten und wollte über fortschritte informiert werden. Heim korrespondierte mit Vaclav Hlavatý , beschäftigte sich intensiv mit Einstein, stand später in engem fachlichen Austausch mit Pascual Jordan, begegnete Hans-Peter Dürr, wurde mit Physikern von CERN und DESY zusammengebracht und diskutierte mit Philosophen wie Hedwig Conrad-Martius, die ihm erkenntnistheoretisch erläuterte, wie seine physikalische Idee in ein ontologisch erweitertes Denksystem passe. Diese Kontakte zeigen: Heim publizierte zwar kaum im üblichen Fachbetrieb, stand aber dennoch in wiederholtem Austausch mit hochrangigen Gesprächspartnern aus Physik, Philosophie und Raumfahrt.

Warum Heim nicht einfach „ins Peer Review ging“
Es wäre historisch falsch, Heim als jemanden darzustellen, der schlicht nie mit Fachleuten in Berührung kam. Ebenso falsch wäre jedoch das Gegenteil, nämlich so zu tun, als habe er sich normal in den akademischen Publikationsprozess eingefügt. Beides trifft nicht zu. Heim hielt Vorträge im In- und Ausland, sprach mit bekannten Physikern, suchte wiederholt den Kontakt zu Universitäten und gewann das Interesse einzelner Fachleute. Zugleich veröffentlichte er über lange Strecken so gut wie nichts in der üblichen Fachform. Gerda Heim berichtet ausdrücklich, dass es außer dem Aufsatz in der Zeitschrift für Flugkörper lange keine Fachaufsätze von ihm gab; deshalb blieb er in Fachzeitschriften weitgehend unbekannt und wurde kaum zitiert.
Der Grund dafür lag nicht nur an äußerer Ablehnung, sondern auch an Heim selbst. Nach einem unerlaubt mitgeschnittenen und später teilweise übernommenen Vortrag sowie nach weiteren enttäuschenden Erfahrungen wuchs sein Misstrauen stark. Er fasste den Vorsatz, erst dann umfassender zu veröffentlichen, wenn ein gewisser Abschluss erreicht sei. Dazu kam, dass Heim seine Theorie möglichst nicht in unvollständiger, bloß vorläufiger Form herausgeben wollte. Dieser Wunsch hing auch mit seinem Selbstverständnis zusammen: Er wollte nicht bloß Behauptungen in Umlauf bringen, sondern möglichst einen experimentell oder numerisch abgesicherten Gesamtzusammenhang.
Experimentelle Überprüfung statt vorschneller Veröffentlichung
Ein zentraler biographischer Zug ist deshalb Heims Versuch, seine Theorie zunächst selbst experimentell zu prüfen. In den Jahren 1956/57 versuchte er einen direkten experimentellen Nachweis eines von seiner Theorie vorhergesagten Natureffekts. Dieser Versuch gelang nicht eindeutig, vor allem weil die ihm verfügbaren Mittel zu primitiv waren. Dennoch gründete Heim 1958 zur weiteren Erforschung und experimentellen Überprüfung seiner Arbeiten das Deutsche Forschungsinstitut für Kraftfeldphysik und Allgemeine Kosmologie e.V.. Auch später dachte er über experimentelle Prüfungen nach, etwa gemeinsam mit Pascual Jordan über Magnetfelder rotierender Massen. Man kann deshalb sagen: Heim verzögerte Veröffentlichungen nicht nur aus Misstrauen, sondern auch deshalb, weil er Theorie und Überprüfung enger zusammenhalten wollte, als es der gewöhnliche Publikationsrhythmus zuließ.

Veröffentlichungsschwierigkeiten, Universitäten und späte Bücher
Als Heim in den 1970er Jahren seine Theorie in größerem Umfang vorlegen wollte, zeigte sich die nächste Schwierigkeit. Nach Gerda Heims Bericht suchte er mit einem rund 1.500 Seiten starken Manuskript den Kontakt zu Universitäten, beginnend mit Göttingen. Die Reaktionen waren demnach unerquicklich; weitere Universitäten schickten das Material postwendend und offenbar ungelesen zurück. Auch der Wissenschaftsverlag Springer zeigte kein klares Entgegenkommen und verlangte eine englische Fassung, die unter den gegebenen Bedingungen nicht einfach herzustellen war. Sicher belegt ist also: Heim suchte akademische und verlegerische Aufnahme für seine große Theoriearbeit, erhielt sie aber nicht in der Form, die ihm eine normale Fachlaufbahn eröffnet hätte.
In der Folge wurden die großen Werke vor allem durch Andreas Resch, Gerda Heim, Walter Dröscher und andere Helfer editorisch zugänglich gemacht. Daraus entstanden schließlich die Bände von Elementarstrukturen der Materie, Strukturen der physikalischen Welt und ihrer nichtmateriellen Seite und die Einführung in Burkhard Heim. Dass diese Bücher nicht in einem üblichen physikalischen Fachverlag erschienen und meist auf Deutsch vorlagen, trug weiter dazu bei, dass Heim in der internationalen Fachwelt bestenfalls randständig blieb.
Was Heim theoretisch eigentlich wollte
Die theoretische Spannweite seines Werkes ist größer als die Physik selbst. Heim begann mit der Suche nach einer einheitlichen Feldtheorie von Materie und Gravitation, entwickelte daraus eine mehrdimensionale geometrische Weltbeschreibung, leitete hieraus seine bekannte Massenformel ab und weitete den Rahmen später auf Fragen von Organisation, Leben, Psyche, Pneuma, postmortalen Zuständen und einer erweiterten methodischen Logik aus. Gerade in den späten Arbeiten wird deutlich, dass Heim seine Physik nicht als isolierte Spezialtheorie verstand, sondern als Teil eines umfassenderen Welt- und Menschenbildes. Heim war sich des galileischen Verzichts bewusst: der methodischen Selbstbeschränkung der neuzeitlichen Naturwissenschaft auf das quantitativ Fassbare. Sein Denken zielte deshalb nicht nur auf eine vertiefte Physik der Quanten, sondern auf einen erweiterten theoretischen Rahmen, in dem auch Organisations-, Sinn- und Erlebnisaspekte der Wirklichkeit nicht von vornherein ausgeblendet werden. In diesem Sinne wollte er über eine bloß quantitative Beschreibung der Welt hinausgehen, ohne die Strenge des wissenschaftlichen Denkens aufzugeben.



Heim heute
Burkhard Heim nimmt bis heute eine eigentümliche Stellung ein. Einerseits steht er außerhalb des üblichen Kanons der modernen Physik; andererseits gibt es einen beständigen Kreis von Lesern, Bearbeitern und Forschern, die an der Rekonstruktion und Prüfung seines Werkes arbeiten. Seine Texte sind schwierig, seine Notation ist eigenständig, seine Publikationsgeschichte war fragmentarisch, und manches blieb unvollendet. Gerade deshalb bedarf sein Werk einer geduldigen editorischen, historischen und mathematischen Erschließung.
Diese Website versteht sich als Beitrag zu dieser Arbeit. Sie will Heim weder in apologetischer Weise überhöhen noch vorschnell erledigen, sondern sein Leben, seine Texte, seine Theorie und ihre weitere Geschichte so zugänglich machen, dass eine ernsthafte Beschäftigung möglich wird. Wer Burkhard Heim gerecht werden will, muss beides sehen: die außerordentliche biographische Leistung eines schwerstversehrten, hochbegabten Denkers und die sachliche Aufgabe, sein Werk in ruhiger, genauer und prüfbarer Form zu lesen und die gewaltige Aufgabe daraus eine anwendbare und überprüfbare Theorie zu machen.
Am Ende steht hier das große Potential eines Werkes, das wieder zusammenzuführen vermag, was sich im Verlauf der neuzeitlichen Wissenschaften Schritt für Schritt aus dem ursprünglichen Gesamtzusammenhang der Philosophie gelöst hat. Aus der einen Frage nach Welt, Sein, Erkenntnis und Ordnung wurden nach und nach einzelne Disziplinen, die jeweils an Präzision gewannen, dabei jedoch oft den Bezug zueinander und zum größeren Ganzen verloren. Gerade darin liegt die mögliche Bedeutung von Heims Ansatz: nicht in einer bloßen Addition von Fachgebieten, sondern in dem Versuch, eine tiefere gemeinsame Grundlage freizulegen. Besonders in Heims Metalogik liegt das Potential einer übergreifenden Struktursprache, die Brücken schlagen könnte — von der Physik über die Biologie bis hin zur Psychologie und zur Frage nach Bewusstsein und Wirklichkeit selbst.
Hinweis zur Darstellung:
Einige Einschätzungen auf dieser Seite folgen der historischen Darstellung aus dem Umfeld Illobrand von Ludwigers und des älteren Heim-Arbeitskreises. Sie dokumentieren damit auch die damalige Rezeption und Wertung von Burkhard Heims Werk. Nicht jede dieser Formulierungen ist bereits als heutiger wissenschaftlicher Konsens zu verstehen; sie werden hier zunächst als Teil der Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte mitgeführt.
Dies ist der Historische Text von Illobrand von Ludwiger über Heim:
„Burkhard Heim war ein körperlich schwerbehinderter Diplom-Physiker (blind, schwerhörig, ohne Hände), so dass Teamarbeit in einem Institut für ihn nicht möglich war. Trotzdem hatte er 1954 die schwierigen Rechnungen zur Einheitlichen Feldtheorie Einsteins aufgenommen und in jahrzehntelanger einsamer Arbeit Einsteins Traum verwirklicht: eine vollständig geometrische Beschreibung sämtlicher Kräfte und die Aufstellung einer Formel für die Massen der Elementarteilchen. Diese Massenformel wurde 1982 von Physikern bei DESY, Hamburg, programmiert und damit das Massenspektrum ausgedruckt. Sie liefert sämtliche bekannte und einige noch unbekannte Massen der Elementarteilchen und Resonanzen aufgrund der Kenntnisse der inneren Dynamik geometrischer Strukturen, ohne Higgs-Bosonen oder Störungsrechnungen einführen zu müssen.
Da es bisher in der Physik noch keine besseren Ergebnisse für die Eigenschaften der Elementarteilchenmassen gibt und physikalische Eigenschaften der Strings nicht angegeben werden können, muss Heims Einheitliche Feldtheorie zumindest bis heute als die erfolgreichste gelten und sollte daher von Spezialisten überprüft werden. Da diese Theorie außerordentlich hohe mathematische Ansprüche an jeden Physiker stellt, ist Heims Theorie nur wenigen Theoretikern zugänglich. Doch die vielen mit den Experimenten übereinstimmenden Ergebnisse dieser Theorie rechtfertigen nach unserer Meinung – im Gegensatz zu vielen anderen theoretischen Ansätzen – jede Anstrengung einer Beschäftigung damit.
Burkhard Heim ist heute (im Gegensatz zu den späten 1950ern) bei den meisten Physikern nicht mehr bekannt. Das liegt daran, dass seine sehr spät geschriebenen Bücher nicht bei einem Fachverlag und nur in deutscher Sprache erschienen sind. Die bedeutenden Physiker, mit denen er zusammengearbeitet hatte (u.a. mit Prof. Becker, Göttingen, Prof. P. Jordan, Hamburg), sind auch längst verstorben. Aufgrund seines körperlichen Handicaps ist Heim auch nicht zu Physiker Tagungen gegangen oder hat in relevanten Fachzeitschriften publiziert.
Daher glauben die meisten Physiker nicht, dass dieser Wissenschaftler, der privat und nicht an einem Institut gearbeitet hat, so bedeutende Ergebnisse erzielen konnte. Niemand liest die Bücher, und keiner der Teilchenphysiker kümmert sich um die Massenformel. Viel lieber glaubt man an die Richtigkeit der etablierten Standard-Theorien und versucht diese mit sehr viel Geld in Streuexperimenten zu bestätigen oder sich wenigstens aus diesen neue Anregungen zu holen.
Wenn Heims Theorie nur das Innere der Elementarteilchen richtig vorhersagen, die geometrische Bedeutung sämtlicher Elementarteilchen-Eigenschaften verständlich machen und astrophysikalische Grundfragen beantworten würde, dann wäre sie zunächst nur für Physiker wichtig – eine interessante Theorie unter mehreren anderen. Doch Heims Theorie entwirft ein Weltbild, das darüber hinaus auch für jeden Menschen von großer Bedeutung ist. Denn nach Heim lässt sich das Massenspektrum der Elementarteilchen nur in einer Welt mit sechs Dimensionen beschreiben (drei reell und drei imaginär). Folglich müssten auch wir Menschen in einer Welt mit sechs Dimensionen leben. Die beiden zusätzlichen Dimensionen sind nicht – wie in Kaluza-Klein-Theorien – eingerollt, sondern prinzipiell nachweisbare Wertevorräte der Welt. Sie sind jedoch mit physikalischen Instrumenten nicht ausmessbar, haben informatorischen Charakter und beschreiben qualitative Aspekte (Bedeutungen) materieller Organisationen. Daher hat Heim in den letzten Jahren seines Lebens eine erweiterte formale Logik entwickelt, um damit sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte einheitlich beschreiben zu können. Erst dadurch gelingt es, biologische und psychische Prozesse (wie das Bewusstsein) formal in einer 6-dimensionalen Mannigfaltigkeit und somit auch nichtphysikalische Vorgänge zu formalisieren, was ganz außerordentlich weitreichende Konsequenzen für alle Bereiche der Wissenschaft haben dürfte.
Bis 2008 gab es einen Forschungskreis Heimsche Theorie bestehend aus Wissenschaftlern, die mit Heim teils noch zusammengearbeitet hatten. Zu diesen gehörte, allen voran, Dipl.-Phys. Illobrand von Ludwiger (1937–2023). Ziel war es, durch geeignete Darstellungen der Heimschen Arbeiten andere Physiker auf diese Theorie aufmerksam zu machen. Dieser Kreis hat sich aus Altersgründen und durch Versterben seiner Mitglieder aufgelöst. Heute betreiben wir eine Mailing-Liste zum akademischen Austausch über die Heimsche Theorie.“
